fick dich

Langsam fühl‘ ich mich vom Leben verarscht. 2020 ist echt ein verrücktes Jahr. Meine Ängste werden intensiver. Ich bewege mich immer zwischen zwei Extremen. Extrem viel Fühlen mit leichten Angstzuständen zwischendurch auf der einen Seite und wenn mein Körper nicht mehr will und überfordert ist, dann kommt der shut-down mit depressiver Phase auf der anderen Seite.

Mein letztes Date hat mich in eine shut-down Phase katapultiert. Der Typ ist natürlich kein Auslöser für meine depressive Lage, das wäre schon ziemlich unfair ihm die Schuld zu geben, da wir uns nur einmal getroffen haben. Aber er war definitiv ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Immer wieder öffne ich mich und dann fühle ich mich verurteilt. Und dann wundern sich die Typen, wenn man sich nicht mehr auf sie einlassen kann. Seit einem Monat war ich ein paar Mal beim Therapeuten, was mal gut und mal weniger gut tut. Scheiße, ist das schwer sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Mein Selbstwertgefühl rutscht auf den Nullpunkt. „fick dich“ weiterlesen

Brainfuck

Mach ich den Laptop einfach aus, frage ich mich gerade. Soll ich wirklich hier schreiben? Mein Gehirn ist gerade so gefickt. Überlastet mit Gedanken. Wie kann man soviel denken? Eckhart Tolle sagt, die Gedanken passieren mir. Ich denke sie nicht bewusst, sie kommen einfach zu mir. Und warum bitte so viele?

Ich war ein paar Wochen jetzt in der Corinna-Zeit auf einer neuen Dating-Plattform online. Ich bin so müde, ich kann garnicht schreiben. Ich hab‘ vielleicht 4 bis 5 Stunden geschlafen, und das nicht besonders tief. Weil ich so viel denke. Weil ich mich vielleicht verliebe. Falling in love – im englischen ist das Wort „falling“ bildlich einfach so gut um zu zeigen, dass es nicht gerade gesund ist sich verrückt zu verlieben. Man fällt im wahrsten Sinne des Wortes. Manche fühlen sich wohl in diesem Adrenalinrausch, ich bin unglaublich verängstigt. Mein Ego fühlt sich bedroht, weil es keine Veränderungen im Leben möchte. „Brainfuck“ weiterlesen

Auguri

Februar 2020

Wow, 31 Jahre. Heute. Ich. Kannst du dir das vorstellen? Ich sitze schief auf einem Drehhocker. Richte mich auf. Meine Verdauung meldet sich. Gleich kriege ich Besuch von der Familie, bei der ich immer babysitten bin. Besuch macht mich nervös und bringt mich aus dem Konzept. Gleichzeitig merke ich immer, wie wichtig es für mich ist mit Menschen in der Realität zu sprechen.

Ich freu‘ mich aber auf den Kleinen. Ich merke gerade, dass in dieser Wohnung, in der ich seit 2 Jahren lebe, noch nie ein Kind war. Abgesehen von meinem pubertierendem Cousin. Aber so richtig Kind Kind. Mal sehen, wie er die Wohnung wahrnimmt. Er gibt bestimmt ein paar Kommentare ab, Kinder sind ja so scheiße ehrlich. Oder er wird total schüchtern sein. In 20 Minuten werden sie da sein.

Was macht das Tanzen mit mir?

03.02.2020

Ob es so gut für mich ist? Gestern auf der Tanzfläche habe ich mit jemandem getanzt, der einfach sein Ding gemacht hat. Er hat sich überhaupt nicht auf mich eingestellt. Er hat mir keine Zeit gegeben meine Schritte zu setzen, er hat mich hektisch über die Tanzfläche gezogen und ich kam überhaupt nicht hinterher. Bin über meine eigenen Füße gestolpert. Dann wollte er eine Figur führen, in der ich mich nach hinten hätte fallen lassen müssen. Geht’s noch? So unsensibel, da werde ich mich nie im Leben nach hinten lehnen. Warum verstehen das manche nicht? Er hat mich sicherlich als nicht weit genug vom Level her abgestempelt. In einem Moment hat er seine Hand auf meinen Bauch gelegt und ich hab‘ sie weggestupst. Er schien total frustriert, beendete den Tanz ein paar Schritte weiter und ist weggegangen. Fast weggerannt. Ich hatte keine Chance etwas zu sagen. Selbst wenn er nicht weggegangen wäre – ich war viel zu überfordert mit meinen Gefühlen. Hab‘ mich einfach unwohl gefühlt. „Was macht das Tanzen mit mir?“ weiterlesen

Anxiety vent no.3

06.01.2020

Gestern Abend Tanzen. Saß alleine in der Ecke und habe darauf gewartet, dass mich jemand zum Tanzen auffordert. Einsamkeit ist eine beschissene Epidemie. Gott sei Dank schreibe ich gerade. Mir kommen gleichzeitig Glückstränen und Traurigkeitstränen hoch. Ich bin so froh, dass ich hier tippen darf. Tippen kann ich so viel schneller als mit meiner Hand schreiben. Es kommt einfach alles raus. Epidemie. Fucking Epidemie! Ist euch das eigentlich bewusst? „Anxiety vent no.3“ weiterlesen

Anxiety vent no.2

20.12.2019
Scheiße. Einfach rauslassen. Ausatmen. Fucking anxiety. Ich soll es nicht so bezeichnen, hat der Typ auf facebook gesagt. Es einfach akzeptieren. Sind doch nur Gefühle, die durch den Körper gehen. Kannst du sie akzeptieren? Kannst du deine Schultern fallen lassen und das Gefühl dich wie eine Bombe treffen lassen? Kannst du dich nach hinten lehnen, deine Arme nach oben schmeißen und das Gefühl zulassen? Wow. Angeblich bin ich so viel stärker als ich es glaube. Fuck. Jetzt nach meiner Menstruation bin ich hormonell gut drauf, habe heute vielleicht ein angenehmes Bewerbungsgespräch, und dann? Werde ich dann pünkltich zur PMS – Phase, einer meiner negativsten Phasen jeden Monat, einen Job beginnen und innerlich dabei sterben? „Anxiety vent no.2“ weiterlesen

Anxiety vent no.1

14.12.2019 – 18:58 Uhr

Scheiße, das Tippen. Ich hab‘ so viel Angst in mir, ich muss sie rauslassen. Ich habe sogar Angst, dass meine Eltern irgendwann mal das hier lesen. Und sich Sorgen machen. Braucht ihr nicht. Anxiety ist fies. Ich habe noch nie das Wort Selbstmord gebraucht, ich habe es noch nie in Bezug auf mich ausgesprochen. Ich habe es noch nie aufgeschrieben bezogen auf mich. Und ich kann mir nicht vorstellen jemals so einen Schritt zu gehen. Es gibt einfach nur Momente, wo der Gedanke daran mich „erleichtert“. Ich denke dabei nicht mal daran mich umzubringen. Sondern einfach daran „wegzugehen“. Bildlich. „Anxiety vent no.1“ weiterlesen

Anfang Dezember 19

Ja, dann hab‘ ich’s doch noch geschafft. Habe ihn angeschrieben. Davor habe ich wie ein Teenager gegoogelt, was man schreiben soll, wenn jemand sich nicht meldet. Hah. Habt ihr das schon mal gegoogelt? Ich hab‘ das in meinem ganzen Leben noch nie getan. Ich wusste immer, was ich schreiben oder sagen wollte. Jedenfalls schrieb‘ ich ihm eine positiv formulierte Nachricht, die ich auf einer lustigen Internetseite für verzweifelte Menschen fand, und er antwortete mit der gleichen positiven Einstellung – wir verabredeten uns für unser nächstes Telefonat. Nach dem zweiten Telefonat hatte er dann meine Nummer und für drei Tage war Funkstille. Ich wunderte mich wieder und als ich mich vor Frust wieder in der App einloggte, sah ich, dass er mir am Tag nach dem Telefonat eine Nachricht auf der Dating-App hinterlassen hatte. Obwohl er doch jetzt meine Nummer hatte. Unglaublich verwirrend. Aber bevor ich ihn vorwurfsvoll fragen wollte, warum er mir dort schreibt, habe ich mich zurückgehalten und ihm einfach nur gesagt, dass ich über Whattsapp besser erreichbar wäre. Das nenne ich nonviolent communication. Ist womöglich am besten schriftlich möglich, wenn man über seine Worte nachdenken kann. Aber verbal? Da kann ich mich ja nicht korrigieren. „Anfang Dezember 19“ weiterlesen

Ende November 19

Ich bin wieder auf einer Online-Dating Plattform angemeldet. Anfang der Woche hatte ich ein angenehmes Telefonat mit einem Herren. Am Ende des Telefonats meinte er wir würden uns einfach schreiben. Ich hab‘ seine Nummer, aber ich hatte mit ihm abgemacht ihn erstmal mit unterdrückter Nummer anzurufen. Seit dem Telefonat hab‘ ich ihn nicht angeschrieben. Er hätte mich über die App anschreiben können. Hat er nicht. Komme mir dumm vor. Wir sind beide ab und zu in der App online. Keiner schreibt. Was bedeutet das? Dass wir beide ein großes Ego haben? Dass wir beide kein Interesse haben? Dass wir beide Kindergarten spielen? Manchmal brauche ich es, dass ein Mann ein zweites Mal auf mich zugeht. Einfach nur damit ich das Interesse spüre, damit ich mich sicher fühle. Vielleicht geht es ihm genauso. Aber alles, was da ist, ist nur die Stille. Beide bleiben stumm. „Ende November 19“ weiterlesen

PMS and dance

PMS is killing me. Es ist gut zu wissen, dass es an den Hormonen liegt. Es macht mich träge, sensibel, reizbar, hungrig. Vor ein paar Tagen hat mich mein Vater 13 mal angerufen, über den Tag verteilt. Ich musste Dinge für ihn klären und irgendwann hatte ich nur noch Tränen in den Augen. Er hat davon am anderen Ende der Leitung in einem anderen Land nichts mitbekommen. Ich war gestresst und genervt. Für jeden liegt die Belastungsgrenze woanders. Laut der so trendigen Definition von Hypersensibilität ist meine Schwelle nicht besonders hoch. Ich mag dieses neue Trendthema überhaupt nicht, da ich denke, dass wir alle hypersensibel zur Welt kommen. Je nachdem wie wir groß werden, erlauben uns manche Menschen nicht sensibel zu sein oder wir erlauben es uns selbst nicht mehr. Trotzdem sind wir alle hypersensibel. Wir sind fühlende Wesen.

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